Zeitzeugen aus Beton und Ziegel- unter der Erde

Jeder hat sie schon einmal gesehen- Reste von Bunkern oder sogar komplett erhaltene Luftschutzanlagen, Lüftungstürme und Verschlussgitter- jedoch nimmt man diese Überbleibsel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs nur selten bewusst wahr und nur ganz wenige wissen, was sie da eigentlich vor sich haben.

Die folgende Übersicht stellt einige dieser unterirdischen  Relikte im Rheinland vor, sog. Tiefbunker. Sie dienten je nach Anlage dem zivilen Luftschutz -also dem Schutz der Stadtbewohner- oder dem Werksluftschutz zum Schutz der Beschäftigten eines Betriebes.

Von diesen Anlagen sieht man im Stadtbild meist nur die Eingangsbauwerke oder durch Stahldeckel verschlossene Eingänge auf Straßen, Gehsteigen und Plätzen.
Die Eingangsbauwerke wurden z.T. sehr unauffällig in moderne Stadtstrukturen wie Spielplätze und Parks integriert. Unter der Erdoberfläche bietet sich im Rheinland eine große Vielfalt an Bauwerken , die manchmal auch völlig unerwartet bei Straßen- oder Wohnugsbauprojekten wieder zum Vorschein kommen.

Eingangsbauwerke

Hier:
Ein Eingang zu einem unterirdischen Bunker bzw. Schutzraum mit nur  1-1,5m Wand-und Deckenstärke. Diese Schutzanlagen waren meist nur aus Beton gegossen und somit ohne verstärkende Armierung. Eine gewisse  Bombensicherheit wurde lediglich durch zusätzliche Überdeckung mit z.B. Erde  erreicht.

Der Treppenabgang führte über einen oder mehrere 90°- Winkel in den Schutzraum hinab. Im Rhein-Kreis Neuss waren diese Schutzräume meistens als 10,5m lange Röhren mit Spitzbogengewölbe ausgeführt, sie enthielten  im allgemeinen keine Lüfter.

Hier:
Ein Eingang zu einem unterirdischen Bunker bzw. Schutzraum mit nur   1-1,5m Wand-und Deckenstärke . Diese Schutzanlagen waren meist nur aus Beton gegossen ohne verstärkende Armierung, eine gewisse  Bombensicherheit wurde lediglich durch zusätzliche Überdeckung mit z.B. Erde  erreicht.

Der Treppenabgang führte über einen oder mehrere 90°- Winkel in den Schutzraum. Im Rhein-Kreis Neuss waren diese Schutzräume meistens als 15m lange rechteckige Räume ausgeführt, sie enthielten  im allgemeinen keine Lüfter.

Hier:
Ein Eingang zu einem unterirdischen Bunker bzw. Schutzraum. Der eigentliche Eingang (rechts im Bild) war durch eine 50cm dicke Splitterschutzmauer (links im Bild) gesichert, da die Treppe nicht über einen 90° Winkel in den Schutzraum führte. 
Durch einen verwinkelten Zugang wären  Druckwelle sowie  umherfliegende Splitter und Trümmerteile abgebemst worden. Da dies hier nicht der Fall war, erfüllte die Schutzmauer diesen Zweck.

Lüftungstürme

Lüftungstürme fanden besonders bei unterirdischen Kleinstbunkern wie Deckungsgräben und Rundbunkern Verwendung. Die Türme  waren der verbunkerte Ausgang der Notbelüftung -einfach formuliert  die Verkleidung des Endes eines Rohres mit der Aufgabe der Belüftung.
Als Baumaterial wurden Beton oder Ziegelsteine verwendet.
Diese  kleinen Türme sorgten dafür, dass Splitter und Druckwellen nicht direkt durch das Lüftungsrohr ins Innere des unterirdischen Bauwerks  gelangen konnten. 
Eigentlich hätten in allen Bunkern  mit solchen Lüftungstürmen  Filteranlagen ans Rohrende angeschlossen werden sollen. Angesichts der späten Baujahre (ab Mai 43) wurden aber keine Filteranlagen mehr an Luftschutzorte  mit geringerer Priorität ausgeliefert. Deshalb blieb es oft bei einer Notbelüftung, mit deren Hilfe die Luft durch natürliche Strömungen im Bunker zirkulierte. Bei einem Gasangriff wären die Rohre mit Stopfen verschlossen worden.

Notausgänge

Notausgänge von Luftschutzkellern erkennt man an einer speziellen Abdeckung, die oft noch im Original erhalten ist. Der Eingang zum Luftschutraum befand  sich innerhalb eines Gebäudes oder in einem separaten Eingangsbauwerk. Die Bestandteile zum Bau eines solchen Notausstiegs wurden  in großer Zahl auch an Privatpersonen verkauft, um private Vorsorge für den Ernstfall zu treffen. Es gab spezielle Werbekampagnen für die Anschaffung von Notausstiegen, betrieben von den Firmen Mannesmann und Mauser (Beispiele für solche Werbung finden Sie unten). 


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Verfüllter Notausstieg eines Tiefbunkers

Abgang zu einem Tiefbunker

Luftfilter in einem Tiefbunker

Versinterung (Ablagerung ausgewaschener Mineralien aus dem Bunkerbeton)

In vielen Tiefbunkern sammelt sich Wasser

Tiefbunker, entdeckt bei Bauarbeiten

Mittig oben: Tür zum Notausstieg in einem Tiefbunker

Tiefbunker mit Sitzbank  (Kabelführung an der Bunkerdecke wurde nachträglich eingebaut)

Tiefbunker für den Werksluftschutz

Abgang zu einem Tiefbunker

Belüftung für einen Tiefbunker

Zugewiesene Plätze für die Schutzzuchenden