LS-Rettungsstellen

In ganz Deutschland sind nur noch wenige Luftschutz-Rettungsstellen erhalten geblieben. Die von uns besuchte, 430 m² große Rettungsstelle wurde zwischen 1939 und 1941 in einen vorhandenen Bierkeller eingebaut. Aufgrund ihrer Seltenheit und ihres ausgesprochen guten Zustands steht die Anlage seit Kurzem unter Denkmalschutz und wurde bereits ausgiebig vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland dokumentiert. Die Ausstattung und Aufgabe einer Rettungsstelle waren klar definiert. Dort sollte Erste Hilfe für verletzte und durch Kampfstoffe erkrankte Personen geleistet werden, bevor diese nach der Behandlung entweder nach Hause geschickt oder in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert wurden. Schwerstverletzte sollten allerdings auch mehrere Tage lang versorgt werden können. Aus diesem Grund waren immer mindestens ein Arzt und ausreichend Sanitätspersonal vor Ort. Trotzdem ist eine Luftschutzrettungsstelle kein Hilfskrankenhaus. Denn hier werden Verletzte nur für die Dauer des Luftalarms behandelt. Die aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs stammende Angst vor einem Gaskrieg war der Grund für den gassicheren Ausbau der Luftschutzrettungsstellen sowie aller anderen Luftschutzbauten. Zeugnisse dieser Angst sind in der Anlage noch die zehn Gasschutztüren, das Luftfiltersystem von Auer und die Überdrückventile. Hinzu kommen die nach Männern und Frauen getrennten Duschen zur Dekontamination und die dazugehörigen Aus- und Ankleideräume. Über den Warteraum gelangten die Patienten ins Behandlungszimmer und anschließend in die Liegeräume. Da das gefürchtete Szenario von Gasangriffen auf europäischem Boden während des Zweiten Weltkriegs ausblieb, wurden die Luftschutzrettungsstellen neben der Erstversorgung von Verletzten auch als Luftschutzräume genutzt. Bei der Begehung haben wir uns sehr über die vielen erhaltenen Relikte der ursprünglichen Nutzung gefreut. Dazu gehören kleine Dinge wie Kleiderbügel in den Umkleidebereichen, Beschriftungen und nachleuchtende Streifen zur Orientierung an den Wänden. Bis hin zu den größeren Einbauten wie den hölzernen Toilettenverschlägen, dem Notstromaggregat, der Heizung, dem Auer-Luftraumfilter MR 2400 und dem hölzernen Pult im Warteraum, an dem die Triage, also die Einteilung der Verletzten, vorgenommen wurde. Besonders eindrucksvoll war die Strichliste an einer Wand, mit der die Luftalarme festgehalten wurden. Diese Zeichnung zeugt noch heute von der Dringlichkeit solcher Schutzräume und von der häufigen Nutzung der Luftschutzrettungsstelle.
Wir möchten uns bei dem Eigentümer für die exklusive Besichtigungsmöglichkeit und den sehr interessanten Austausch bedanken. 😃

Blick von der Gasschleuse in eine LS-Rettungsstelle in Krefeld. 

Waschraum in einer LS-Rettungsstelle in Krefeld. 

Gasschutztür mit Beschriftung in einer LS-Rettungsstelle in Krefeld. 

Notausstieg in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Heizungsanlage in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

Strichliste der Luftalarme in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

Eingangstür einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

 

Waschraum in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Filteranlage in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

Auskleiderraum für Frauen in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

Liegeraum in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Schleusenbereich einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Schleusenbereich einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

 

Behandlungsraum in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Lichtschalter und nachleuchtendes Schild in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

WC und Waschbecken in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

WC in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.


Blick vom Auskleideraum zu den Duschen in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

 

 

Heizung und Treppe in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Flur und Wartebereich in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.

Schreibpult mit Telefonanschluss in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf. 

Waschraum in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.


Eingangsbereich in einer LS-Rettungsstelle in Düsseldorf.