Überblick über die Geschichte des Luftschutzes im Rhein-Kreis Neuss
ERSTER WELTKRIEG : LUFTANGRIFFE IM RHEINLAND
Dass der Rhein-Kreis Neuss während des Zweiten Weltkriegs stark von Luftangriffen betroffen war, ist allgemein bekannt. Bereits im Ersten Weltkrieg gab es jedoch Bombenabwürfe durch Flugzeuge in dieser Region. Zwar waren diese Luftkriegsereignisse, die damals noch verhältnismäßig selten waren, keineswegs kriegsentscheidend, dennoch demonstrierten sie die Gefahr, die im Falle eines zukünftigen Krieges von Luftangriffen ausging. Eine Hauptsorge bestand darin, dass im Rahmen eines Luftkriegs chemische Kampfstoffe wie z. B. Giftgas in Bomben auf die Zivilbevölkerung abgeworfen werden könnten. Da der Abwurf von Bomben im Ersten Weltkrieg noch sehr selten war, wurden die Einschlagsorte quasi zu touristischen Attraktionen. So reisten ganze Familien in die Städte, um die entstandenen Schäden zu besichtigen.
BILD: Bomben wurden im Ersten Weltkrieg noch per Hand aus dem Flugzeug geworfen
DIE GEFAHREN DURCH LUFTANGRIFFE
Die frühen Luftangriffe zeigten, dass die größte Gefahr von Bränden ausging, die durch explodierende Bomben verursacht wurden. Im Gegensatz zu einer Sprengbombe, die nur einmal detoniert, ernährt sich ein Feuer nämlich selbstständig und breitet sich weiter aus. Aber auch fallende Trümmerteile von beschädigten Gebäuden bargen eine erhebliche Gefahr, da sie die Bewohner schwer verletzen oder verschütten konnten. Durch die Erschütterungen infolge der Bombendetonationen konnten Menschen buchstäblich unter ihren Häusern begraben werden.
Eine weitere Gefahr ging von umherfliegenden sowie von herabfallenden Splittern abgeschossener Flugabwehrmunition aus.
BILD: Halle zum Unterstellen von Luftschiffen in Düsseldorf nach einem Luftangriff im Ersten Weltkrieg
ERSTE VORBEREITUNGEN AUF EINEN MÖGLICHEN LUFTKRIEG
Die durch die Bombenabwürfe während des Ersten Weltkriegs deutlich gewordene Bedrohungslage führte dazu, dass bis Anfang der 1930er Jahre die theoretischen Grundlagen für einen effektiven Luftschutz erarbeitet wurden.
Doch nicht nur in der Weimarer Republik (1918–1933), sondern in ganz Europa befasste man sich intensiv mit dem Thema „Luftschutz”. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation und der Sanktionen des Versailler Vertrags war es auf deutschem Gebiet jedoch nicht möglich, nennenswerte Luftschutzmaßnahmen wie den Bau von Luftschutzbunkern zu realisieren.
Es blieb lediglich bei einigen Lösch- und Verdunkelungsübungen.
BILD: Liste zu Verlusten an Menschen und Sachschäden im Ersten Weltkrieg
DER REICHSLUFTSCHUTZBUND- KONKRETE KRIEGSVORBEREITUNGEN
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 änderte sich die Arbeit im Luftschutz schlagartig. Die Nationalsozialisten trieben entsprechende Maßnahmen in der Annahme eines bevorstehenden Krieges, in dem Luftangriffe eine entscheidende Rolle spielen würden, stark voran. Bereits drei Monate nach der Machtübernahme wurde der Reichsluftschutzbund gegründet, um die bereits ausgearbeiteten theoretischen Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen. Rückblickend zählt die Gründung des Reichsluftschutzbundes zu den ersten konkreten Kriegsvorbereitungen. Im Jahr 1939 zählte der Reichsluftschutzbund etwa 15 Millionen Mitglieder; die Gesamtbevölkerung Deutschlands belief sich zu dieser Zeit auf knapp 80 Millionen. Das Thema „Luftschutz” war zu dieser Zeit im Bewusstsein der Bevölkerung sehr präsent.
BILD: Propagandaplakat
DIE AUFGABEN DES REICHSLUFTSCHUTZBUNDES
Der Reichsluftschutzbund fungierte als Dachorganisation, die sich um alle Fragen des Luftschutzes kümmerte. Seine Hauptaufgabe bestand darin, die Bevölkerung über die Gefahren von Luftangriffen aufzuklären. Schließlich hatte bis dahin kaum jemand ein feindliches Flugzeug gesehen oder Erfahrungen mit Bombenabwürfen gesammelt.
Um eine Akzeptanz für die neuen Schutzbemühungen sowie eine Bereitschaft zum Eigenschutz im Falle von Fliegerangriffen zu erzeugen, musste der Bevölkerung erst einmal die Gefahr von Luftangriffen bewusst gemacht werden. Neben dieser Aufgabe widmete sich der Reichsluftschutzbund der Schulung der Bürger in Sicherheitsfragen rund um den Luftschutz, beriet Bauherren und Hausbesitzer und kontrollierte die Einhaltung der Vorgaben zur Umsetzung der angeordneten Luftschutzmaßnahmen.
BILD: Familien-Brettspiel als Teil der Propaganda zur Vorbereitung auf Luftangriffe
LUFTSCHUTZ-EIN THEMA, DAS JEDEN BETRAF
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte der Reichsluftschutzbund ca. 15 Millionen Mitglieder. Sie wurden für Aufgaben im Luftschutz ausgebildet und nach Kriegsbeginn beispielsweise als Luftschutzwarte und Ordner eingesetzt. Außerdem schulten sie andere Personen in Fragen des Luftschutzes.
Gemäß dem am 26. Juni 1935 eingeführten Luftschutzgesetz konnte die Bevölkerung zur Mitarbeit im Luftschutz verpflichtet werden. Somit erhielten viele Personen, die nicht Mitglied des Reichsluftschutzbundes waren, eine Einberufung zu Lehrgängen und übernahmen Aufgaben im Luftschutz.
Ab dem 1. September 1939 wurden die meisten Deutschen zum Dienst herangezogen. Gegen Ende des Krieges betraf dies fast jeden, der nicht zu jung, zu alt oder zu gebrechlich war. Genaue Zahlen zu den beteiligten Personen liegen nicht vor. Die Heranziehung konnte über das Luftschutzgesetz und die Notdienstverordnung erfolgen. Aber auch zu jeder anderen Art von Dienstleistung konnten die Bürger verpflichtet werden. Zuwiderhandlungen wurden polizeilich verfolgt.
BILD: Die Luftschutzgesetze galten im gesamten Reichsgebiet; u.a. wurde der Bau von Luftschutzräumen für Neu- und Erweiterungsbauten ab 1937 vorgeschrieben.
DIE PFLICHTEN BEIM SELBSTZSCHUTZ
Selbstschutz – so lässt sich die Organisationsform, mit der flächendeckende Luftschutzmaßnahmen innerhalb der Bevölkerung realisiert werden, treffend benennen.
Dieses Konzept sah vor, dass im Falle von Luftangriffen für den Schutz aller Bürger ausreichend gesorgt sein sollte – vorausgesetzt, jeder hatte seinen eigenen Schutz vorgabengemäß umgesetzt. So wurde unter anderem der Bau von Luftschutzräumen im Kellergeschoss von Gebäuden bzw. Wohnhäusern ab 1937 bei Neubauten, Anbauten oder Sanierungen zur Pflicht.
BILD: Werbung für ein Notaustiegsgitter der Firma Mauser
ORGANISATION IM SELBSTSCHUTZ
Dieser Selbstschutz war wie folgt organisiert: Die Bewohner eines Hauses oder einer Straße wurden zu sogenannten Luftschutzgemeinschaften zusammengefasst.
An der Spitze einer solchen Gemeinschaft stand der Luftschutzwart. Ihm unterstanden die Hausfeuerwehr, Laienhelfer (heute Ersthelfer) und die Melder. Da im Kriegsfall nicht mit der Verfügbarkeit wehrfähiger Männer im Luftschutz zu rechnen war, wurden überwiegend Frauen, Jugendliche und wehruntaugliche Männer ausgebildet.
BILD: Infomaterial zum Luftschutz zur Belehrung der Bürger
KELLER WURDEN ZU LUFTSCHUTZRÄUMEN
Gemäß staatlicher Weisung begannen die Bürger bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, also zu Friedenszeiten, mit dem Bau von Schutzräumen bzw. der Einrichtung anderer Schutzmaßnahmen.
Hausbesitzer waren beispielsweise dazu verpflichtet, einen Kellerraum zum Luftschutzraum umzubauen. Diese Arbeiten wurden größtenteils behelfsmäßig und somit kostengünstig durchgeführt. So konnte ein geeigneter Raum mit wenig Aufwand in Eigenleistung erstellt werden. Die benötigten Einrichtungsgegenstände (z. B. Türen) waren staatlich subventioniert und häufig nur mit einem Bezugsschein erhältlich. Der Luftschutzkeller sollte die Bewohner lediglich für die Dauer eines Luftalarms beherbergen. Dafür wurde eine Zeitspanne von maximal vier Stunden angenommen. Entsprechend war der Schutzraum nur mit dem Allernötigsten ausgestattet und keineswegs ein Raum, in dem man Tage verbringen konnte. Außer dem spärlichen Notgepäck, das aus den wichtigsten Dokumenten und einigen wenigen persönlichen Gegenständen bestand, konnten die Menschen nichts mit in den Schutzraum nehmen – zumindest nicht, wenn sich dieser nicht im eigenen Haus befand oder für viele Personen vorgesehen war.
BILD: Ein behelfsmäßig abgestützter Kellerraum
ANFORDERUNGEN AN EINEN LUFTSCHUTZKELLER
Damit die umgebauten Räume als Luftschutzkeller galten, mussten sie folgende Vorgaben erfüllen:
- Die Einsturzsicherheit musste gewährleistet sein. Die Schutzraumdecke musste das Gewicht der Haustrümmer im Falle einer Zerstörung tragen können.
- Es musste ein Notausstieg vorhanden sein, falls der Haupteingang verschüttet werden sollte. Diese Notausstiege waren oft durch einen weißen Pfeil an der Hausfassade gekennzeichnet, sodass Helfer wussten, wo sie graben mussten, um die Insassen zu retten. Ein Luftschutzkeller verfügte also stets über zwei Zugänge.
- Da detonierende Bomben gefährliche Metallsplitter erzeugen können, musste ein Luftschutzkeller auch hier Schutz bieten, also splittersicher sein.
- Eine weitere Voraussetzung für einen Luftschutzkeller war die Gasdichtigkeit. Im Falle eines Giftgasangriffs hätte man das Bauwerk luftdicht verschließen können; eine entsprechende Gasschleuse gehörte dazu. Idealerweise hätte ein Lüftungsgerät eingebaut werden können, mit dessen Hilfe die Frischluftzufuhr durch entsprechende Luftaufbereitung weiterhin möglich gewesen wäre. Allerdings waren diese Geräte Mangelware, sodass selbst von staatlicher Stelle erbaute Luftschutzeinrichtungen in vielen Fällen keine Lüfter hatten, obwohl deren Einbau ursprünglich vorgesehen war. Schutzräume, die dem Werksluftschutz dienten, waren hingegen häufig mit Lüftergeräten ausgestattet.
BILD: Grundriss eines Luftschutzkellers
DIE LUTSCHUTZPFEILE
Heute sind Luftschutzkeller von außen nur noch selten erkennbar. In Neuss und Dormagen lassen sich aber noch immer Zeichen dieser privat angelegten Schutzräume finden. Sie wurden mit weißen Pfeilen und einer Ortsangabe gekennzeichnet.
Im Falle der Zerstörung des Hauses konnte so gezielter mit der Bergung der Verschütteten begonnen werden. Zusätzlich konnten Passanten, die sich während eines Luftangriffs auf der Straße befanden, so den nächsten Schutzraum einfacher finden.
BILD: Luftschutzpfeil an einer Hauswand in Neuss.
FLIEGERALARM
Aufgrund seiner geografischen Lage wurde das heutige Kreisgebiet häufig überflogen.
Bei den Angriffen auf Köln, Düsseldorf und das gesamte Ruhrgebiet führte die Route der Bomber oft über den Rhein-Kreis Neuss.
Da nicht vorherzusagen war, wo genau die Bomben abgeworfen werden sollten, wurde die Bevölkerung bei jeder Sichtung eines feindlichen Flugzeugs durch Sirenen gewarnt und dazu aufgefordert, die Schutzräume aufzusuchen.
BILD: 8,8 cm FLAK bei Dormagen (FLAK= Flugabwehrkanone)
GEFÄHRDETE UND WENIGER GEFÄHRDETE STÄDTE- DREI KATEGORIEN
Die deutschen Behörden hatten die Städte auf heimischem Boden nach ihrer jeweiligen Wahrscheinlichkeit, zum Ziel alliierter Luftangriffe zu werden, in Kategorien eingeteilt. Es gab drei solcher Kategorien, die auch als erste, zweite und dritte Ordnung bezeichnet wurden. Orte der ersten Kategorie galten als besonders gefährdet, beispielsweise Köln und Düsseldorf. Orte der dritten Kategorie galten als deutlich weniger gefährdet. Aufgrund knapper Ressourcen wie Metall, Zement und Sand wurden sie weniger durch Bunkerbau oder Flugabwehreinrichtungen vor Luftangriffen geschützt. Orte der zweiten Kategorie bewegten sich bezüglich des investierten Schutzaufwandes zwischen Kategorie 1 und 3.
Faktoren für die Festlegung dieser Kategorien waren beispielsweise die Einwohnerzahl pro Fläche sowie das Vorhandensein von Industrie und kriegswichtiger Produktion.
Die Städte wurden mittels unterschiedlich stark ausgebauter Flak-Stellungen geschützt. Hier kamen ab 1943 auch Mitglieder der Hitlerjugend als Flak-Helfer zum Einsatz (Flak = Flugabwehrkanone).
BILD: Mitglieder der Hitlerjugend als Luftwaffenhelfer am Erftwerk in Grevenbroich; hier wurde Aluminium verarbeitet- es handelte sich somit um eine kriegswichtige Produktion, die entsprechend geschützt wurde.
RHEIN-KREIS NEUSS: "NUR" LUFTSCHUTZ-KATEGORIE 3
Obwohl die Gefahr, Ziel von Luftangriffen zu werden, erhöht war, war der Bau von bombensicheren Bunkern außerhalb bestehender Gebäude im ländlichen Kreisgebiet bis Mai 1943 verboten.
Als Luftschutzort dritter Kategorie setzte man bis dahin ausschließlich auf Maßnahmen des Selbstschutzes.
In Luftschutzorten erster Kategorie baute man dagegen bereits ab 1941 im Rahmen des sogenannten Führer-Sofortprogramms bombensichere Bunker. Besonders gefährdete Städte wie Köln oder Düsseldorf erhielten bei der Verteilung von Ressourcen (Baustoffen, Arbeitskräften etc.) Vorrang.
Für die Stadt Neuss wurde eine höhere Gefahr durch Luftangriffe angenommen als für das restliche Kreisgebiet. Daher erfolgte die Einstufung in Kategorie 1.
So wurden in Neuss bereits ab 1941 im Rahmen des Führer-Sofortprogramms fünf Hochbunker zum Schutz der Bevölkerung gebaut.
BILD: Zerstörung durch Bombenabwürfe in Neuss (Hafen)
DIE ERSTEN ANGRIFFE DER ROYAL AIR FORCE
Die Royal Air Force konzentrierte ihre Luftangriffe auf Wohngebiete in Großstädten sowie auf Industrieanlagen und die Infrastruktur. Durch die Nähe zu Mönchengladbach, Düsseldorf, Köln und den umliegenden Industrieanlagen war das Kreisgebiet gleich mehrfach gefährdet, Ziel eines Angriffs zu werden.
Der Grund für diese besondere Gefährdung war, dass Bomber, die ihr Hauptziel, beispielsweise Düsseldorf oder Köln, nicht erreichen konnten, ihre Bombenlast über sogenannten Sekundärzielen abwarfen. Die Auswahl dieser Ausweichziele lag in der Zuständigkeit der jeweiligen Flugzeugbesatzung. Wichtig war, dass die gesamte Bombenlast über feindlichem Gebiet abgeworfen wurde. Ein Rückflug nach England mit den Bomben an Bord war aufgrund der begrenzten Treibstoffvorräte unmöglich.
In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai 1940, nur zwei Tage nach Beginn des Frankreich-Feldzugs, flog die Royal Air Force mit 35 Flugzeugen den ersten Luftangriff auf eine deutsche Stadt in unserer Region. Eigentlich sollten Eisenbahnlinien und Telefonleitungen im Raum Aachen/Mönchengladbach zerstört werden. Da diese bei Nacht und in einer Höhe von 4.000 bis 6.000 Metern jedoch nicht zu finden und auch nicht zu treffen waren, gingen die Bomben schließlich zwischen Aachen und Hamm nieder. Dabei trafen einige Dutzend Bomben die Stadt Mönchengladbach und töteten vier Menschen. In der darauffolgenden Nacht wurde in Grevenbroich-Gindorf auch ein Haus zerstört und ein vier Monate altes Kind getötet. Dieses Ereignis sorgte dafür, dass nun auch die letzten Hausbesitzer ihre Keller zu Luftschutzräumen herrichteten. In den darauffolgenden Monaten kam es immer wieder zu Angriffen durch einzelne Flugzeuge, die vor allem Neuss und Grevenbroich bombardierten.
BILD: FLAK-Stellung in Zons (FLAK= Flugabwehrkanone); zu sehen ist hier das Mündungsfeuer bei Nacht
DIE NEUE STRATEGIE: TAUSEND-BOMBER-ANGRIFFE
Nach dem ersten Tausend-Bomber-Angriff auf Köln am 31. Mai 1942 änderte die Royal Air Force ihre Strategie grundlegend. Man hatte die Erfahrung gemacht, dass die Erfolge der deutschen Flugabwehr erheblich sanken, wenn die Anzahl der angreifenden Flugzeuge erhöht wurde.
Von diesem Zeitpunkt an flog die Royal Air Force ihre Angriffe auf deutsche Städte überwiegend mit mehreren hundert Bombern – daher die Bezeichnung „Tausend-Bomber-Angriff”.
BERICHT AUS DER PFARRCHRONIK ZONS:
"Am 31. Mai 1942 war der Großangriff auf Köln. Auch Zons wurde abends in Mitleidenschaft gezogen. Mondhelle Nacht, die Luft erfüllt von dem Brausen der Flugzeuge. Jeden Augenblick war ein neues Flugzeug in den Scheinwerfern. Auf der Scheinanlage in der Kuhweide, zwischen Zons und Stürzelberg, stürzte ein Bomber ab. Die 5 Insassen zum Teil verbrannt, zum Teil zerschmettert, da sich die Fallschirme nicht geöffnet hatten."
"1. August 1942 Großangriff auf Düsseldorf, der schon lange erwartet wurde. Zons blieb verschont, die Leute waren sehr aufgeregt, der Keller im Pfarrhause überfüllt. Der Heckhof brannte aus, das Vieh wurde gerettet. In Dormagen Brand in der Zuckerfabrik und in der Brauerei. 2 Häuser wurden vernichtet, 13 Personen getötet. An diesem Tage 3 mal Alarm. Vom Kirchturm aus den Angriff beobachtet. In Düsseldorf-Neuss über 10 km lange Feuersbrunst."
BILD: FLAK-Feuer vom Flugzeug aus betrachtet
DIE LUFTANGRIFFE WURDEN ALLTAG
Bis auf die Stadt Neuss waren die Dörfer im heutigen Rhein-Kreis Neuss zwar nur selten primäre Ziele der Angriffe, trotzdem hatten auch sie erhebliche Verluste an Menschen und Material zu beklagen.
BERICHT AUS DER PFARRCHRONIK ZONS : "März 1944,.... in den letzten Tagen waren ca. 1.000 feindliche Flugzeuge über Deutschland, zu Hunderten überflogen sie Zons, die großen Luftschlachten fanden statt... Die Leute haben sich so an die Alarme gewöhnt, dass, wenn nicht Hauptalarm mit unmittelbarer Gefahr ist, das Leben ruhig weitergeht."
BILD: Luftschutzübung oder für Propagandazwecke gestellte Situation (Aufsuchen des Schutzraumes)
PRIVATE LUFTSCHUTZKELLER REICHTEN NICHT
Im Jahr 1943 wurden die Bombardierungen und der damit verbundene Fliegeralarm, der durch Sirenen ausgelöst wurde, für die Bevölkerung zur täglichen Routine. Die zunehmende Zerstörung von Wohnraum und somit auch von privat angelegten Luftschutzkellern in Wohnhäusern machte die Frage nach „richtigen” Bunkern immer dringlicher. Im Mai 1943 wurde für den Landkreis Grevenbroich das Verbot zum Bau bombensicherer Bunker außerhalb bestehender Gebäude aufgehoben – und sofort begann ein Ansturm auf die sehr knappen Ressourcen. Kies, Zement, Stahl, Arbeitskräfte und Maschinen waren absolute Mangelware und nur mit Bezugsschein zu erhalten. Trotz dieser schwierigen Umstände entstanden von Mitte 1943 bis Kriegsende zahlreiche Bunker im heutigen Kreisgebiet.
NOTIZ IM BESCHLUSSBUCH DER STADT GREVENBROICH:
"21.September 1943,... während bis Mai 1943 ein ausdrückliches Verbot für die Herstellung von Luftschutzbauten außerhalb der bestehenden Gebäude bestand und lediglich Kellerstützungsaktionen für Luftschutzorte 3. Ordnung infrage kamen, konnte erst von
diesem Zeitpunkt ab der Bau von öffentlichen Luftschutzbauten (...) in Angriff genommen werden.
Während zuerst Panzergräben nach dem Rheinhausener- bzw. Neusser-Typ mit einem Fassungsvermögen von 120 bzw. 108 Personen infrage kamen, werden neuerdings Rundbunker mit einem Fassungsvermögen von 47 Personen hergestellt."
(Anmerkung: Als "Panzergraben" bezeichnete man wegen seiner Stabilität einen bestimmten Tiefbunker-Typ, es ging hier hier nicht um eine Panzersperre)
BILD: Nächtliches FLAK-Feuer (FLAK= Flugabwehrkanone)
DER KRIEG NEIGTE SICH DEM ENDE ZU
Die Jahre 1944 und 1945 brachten nicht nur für die Wehrmacht an allen Fronten Niederlagen, sondern auch immer heftigere Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung. Bis zum Ende des Jahres 1944 hatten nur noch wenige deutsche Städte keinen Luftangriff erlebt. Besonders westdeutsche Städte waren in den letzten fünf Jahren von Großangriffen betroffen.
Obwohl der Krieg mit der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 de facto verloren war, verlangte das NS-Regime weiterhin den Kampf gegen die feindlichen Truppen. Mit der Aufstellung des Volkssturms am 25. September 1944 wurden schließlich auch die letzten verbliebenen Männer zum Kriegseinsatz herangezogen.
Da die deutsche Luftabwehr zu dieser Zeit nur noch bedingt einsatzfähig war, konnten die feindlichen Bomber ihre Einsätze quasi ungehindert fliegen. Zudem konnten die Alliierten ab Juni 1944 französische Flugplätze nutzen, was den Einsatz von Jagdbombern ermöglichte.
BILD: US-amerikanisches Jagdflugzeug (Tiefflieger) Republic P-47 Thunderbolt
VOLKSSTURM -LETZTER VERSUCH DER VERTEIDIGUNG
Mit dem Voranschreiten des Krieges, der Zunahme der Fronten und den Verlusten infolge der Kämpfe kam es zu einem immer größer werdenden Mangel an Soldaten zur Verteidigung des eigenen Staatsgebiets.
Mit dem Erlass über die Bildung des Deutschen Volkssturms vom 25. September 1944 konnten schließlich auch die letzten daheimgebliebenen Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren zu den Waffen gerufen werden.
Im Kreisgebiet wurden am Ende des Jahres 1944 alle volkssturmpflichtigen Personen erfasst. Ihre Aufgaben reichten von Schanzarbeiten, wie dem Bau von Panzer- und Straßensperren, bis hin zur Verteidigung ganzer Ortschaften. Zu solchen aussichtslosen Kampfeinsätzen kam es allerdings nur noch vereinzelt. Bereits ab Dezember 1944 wurde die Erft zwischen Neuss und Erftstadt als letztes Hindernis vor dem Rhein zu einer Stellung ausgebaut. Hastig angelegte Panzer-, Lauf- und Schützengräben sollten eine Verteidigungslinie bilden, die jedoch keine nennenswerte Auswirkung mehr auf das Kriegsgeschehen hatte.
ZEITZEUGENBERICHT:
" Ich war eingeteilt, um die Panzersperre vor unserem Haus zu verteidigen, meine Mutter hatte schon die ganzen Klamotten gepackt und die Flucht vorbereitet. Ich sagte: „Das geht nicht, ich bin eingeteilt, ich muss die Panzersperren verteidigen.“ Und da hab ich das einzige Mal von meiner Mutter Schläge bekommen. Das war gut so! Damit war der Krieg für mich beendet."
(Herr K ., geb. 1931)
BILD: Volkssturm-Kämpfer in Jüchen auf dem Weg in die Gefangenschaft
DIE LETZTEN KRIEGSTAGE IM RHEIN-KREIS NEUSS
Am 23. Februar 1945 überquerten die Alliierten die Rur und drangen von da an immer weiter in das heutige Kreisgebiet vor. Dabei nahmen sie jedes Dorf einzeln ein und nutzten dabei manchmal die Unterstützung von Tieffliegern und Artillerie, sodass die Bodentruppen die Orte mit relativ geringen Verlusten einnehmen konnten. Ende Februar 1945 erreichten die Truppen schließlich den heutigen Rhein Kreis-Neuss. Die letzten Kriegstage verbrachten die Anwohner zumeist in ihren Kellern und Bunkern.
Anfang März 1945 wurde das heutige Kreisgebiet endgültig von der NS-Herrschaft befreit.
BILD: Einmarsch der US-Streitkräfte in Dormagen
DER KRIEG WAR ZU ENDE, ABER DIE BUNKER HATTEN NOCH NICHT AUSGEDIENT
Nach Ende des Krieges wurden die Luftschutzbunker zwar nicht mehr zum Schutz vor Luftangriffen benötigt, aber für viele Bürger erfüllten die Gebäude für einige Jahre einen sehr wichtigen Zweck. Etliche Bewohner, vor allem in großen Städten, hatten bei Bombenangriffen ihre Wohnung oder ihr Haus sowie ihr gesamtes Hab und Gut bis auf das Notgepäck und einige Gegenstände, die noch aus den Trümmern geborgen werden konnten, verloren. Als Übergangslösung dienten die nun funktionslosen Bunker als Notunterkunft für Bürger, die sonst nirgendwo unterkommen konnten.
Auch Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten wurden in solchen Bunkern untergebracht. Das Leben im Bunker war äußerst beengt, unhygienisch und strapaziös. Zeitzeugen berichten von katastrophalen Zuständen. Den dort untergebrachten Menschen wäre jedoch nur das Leben auf der Straße in Obdachlosigkeit geblieben.
Noch heute finden sich in manchen Luftschutzbunkern Überbleibsel der damaligen Bewohner, beispielsweise notdürftige Wanddekorationen aus Tapetenresten, alte Teppiche, Bettgestelle, in Nischen eingebaute Regale, Alltagsgegenstände und Tageszeitungen aus den Nachkriegsjahren.
BILD: Wandgestaltung in der Wohnkammer eines Hochbunkers
Erster Weltkrieg: Karte zu Bombenabwürfen in Köln während des Ersten Weltkriegs, die Abwürfe erfolgten im März, Mai und August 1918
Erster Weltkrieg: Bombenschaden von 1917 (in Baden)
Propagandaplakat (zwischen 1933 und 1935)
Propagandaplakat (vermutlich nach 1938/39)
Propagandaplakat (vermutlich nach 1938/39)
Propagandaplakat (vermutlich nach 1938/39)
Propagandaplakat (vermutlich nach 1938/39)
Ausbildung von Selbstschutzkräften im Kreis Bergheim (zwischen 1933 und 1939)
1937: Erinnerungsfoto an eine Luftschutz-Schulung ,
Ort unbekannt
Männer der SA (Sturmabteilung) fahren mit Bombenmodellen umher, um für den Selbstschutz zu werben; Ort und Zeitpunkt unbekannt
Von Bränden ging bei Luftangriffen die größte Gefahr aus, speziell von Brandbomben; hier: Infoblatt zur Vorbereitung auf den Notfall
Kindgerechte, spielerische Vorbereitung auf das Verhalten bei Luftangriffen
Familienbrettspiel zur Vorbereitung auf das Verhalten bei Luftangriffen
Propaganda- und Schulungsschriften zum Thema "Luftschutz"
Übersicht zur Einschätzung des Risikos von Luftangriffen
Anforderungen an einen Luftschutzkeller im Zweiten Weltkrieg
Splitterschutzvorrichtungen aus Beton
Luftfilter, vermutlich kurz nach der Installation (Ort unbekannt)
Luftfilter in einem Hochbunker (Winkelturm)
Luftfilter in einem Tiefbunker
Luftfilter in einem Tiefbunker
Luftfilter in einem Tiefbunker
Luftfilter in einem Tiefbunker
Gasmasken für die Bevölkerung für den Fall von Giftgas-Angriffen
links: Volksgasmaske VM 37/ Fauengröße F
rechts: späteres Modell VM 40/ Männergröße M , gummisparend produziert
oben: Volksgasmaske VM 40 mit angesetztem Luftfilter und Bereitschaftsbüchse zum Mitführen der Maske für z.B. kleinere Betriebe
unten: Luftfilter mit Mundanschlussstück (schwarz) für den absoluten Notfall, falls zwar ein Filter, jedoch keine Maske zur Verfügung stehen sollte
Atemschutz für die Kleinen
Schutz vor Giftgas auch für Pferde; mehr als 9 Millionen Pferde bildeten das Rückgrat der Transportlogistik der Wehrmacht; die Priorisierung der Herstellung von Volksgasmasken für die Bevölkerung dürfte jedoch weitaus höher gelegen haben als die Produktion von Pferde-Schutzmasken
Gasmasken in einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg
Gasmasken in einem Bunker des Zweiten Weltkrieg
Luftschutzraum- Notfallzubehör, z.B. Luftschutzapotheke, Feuerlöscher, Eimer mit Sand zum Ersticken von Flammen, Gasmaske, verschiedenes Werkzeug, um sich aus dem evtl. verschütteten Schutzraum zu befreien und zur Brandbekämpfung
Preisliste für Luftschutzraum- Notfallwerkzeug
Preisliste für Luftschutzraum- Notfallwerkzeug
Verkaufsannonce für eine Luftschutz-Hausapotheke, Preis 29 Reichsmark
Beispiel für eine "vorschriftsmäßige Luftschutz-Apotheke"
Luftschutz-Hausapotheke
Teile der Bestückung einer Luftschutz-Hausapotheke
Puder zur Behandlung von Brandverletzung durch Phosphor (weißer Phosphpr war enthalten in Brandbomben, selbstentzündend bei Luftkontakt, nicht durch Wasser zu löschen und schwerste Verbrennungen verursachend)
Seite 1 der Zubehörliste für die Ausstattung eines Luftschutzraums für 50 Personen
Seite 2 der Zubehörliste für die Aussattung eines Luftschutzraums für 50 Personen
Seite 3 der Zubehörliste für die Aussattung eines Luftschutzraums für 50 Personen
Speziallampe mit blauem Licht für die Verminderung der Sichtbarkeit von Behausungen bei Nacht; ob diese Lampen den vorgsehenen Zweck tatsächlich erfüllten, wird kritisch diskutiert- hergestellt wurde dieser Lampentyp aber bis Kriegsende
Preisliste für Wasserspritzen zur Brandbekämpfung
oben links und unten: Handsirene im Taschenformat für die Alarmierung eines Wohnblocks oder für mittelgroße Firmen, welche nicht über eine zentrale Sirenenanlage verfügten
oben rechts: Luftschutzhelm zum Selbstschutz, dreiteiliges Modell aus Stahlblech in der sog. Gladiatorenform
oben: Batteriebetriebene Taschenlampe, typisch für Luftschutzanwendungen
unten: Zerstäuber für Entgiftungsmittel, um Giftstoffablagerungen auf Haut und Oberflächen zu neutralisieren; es gab hier die Wirkstoffe Chloramin und Losantin, Länge 43cm
Dynamo-Taschenlampe der Firma Philips/Eindhoven;
wurde in großen Mengen ans Deutsche Reich geliefert
Werbeprospekt für eine motorbetriebene Luftschutz-Sirene
Befehlszentrale eines Bunkerwarts im öffentlichen Luftschutzbunker,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Wandbeschriftung in einem Luftschutzbunker
Wandbeschriftung in einem Luftschutzbunker
Wandbeschriftung in einem Luftschutzbunker
Beschriftung auf einer Luftschutztür
Beschriftung auf einer Luftschutztür
Wandbeschriftung in einem Luftschutzbunker
Wandbeschriftung in einem Luftschutzbunker
Toiletteneimer (Notabort) in einem Luftschutzbunker
Wandbeschriftung und Reste eines Notaborts in einem Luftschutzbunker
Luftschutzbunker verfügten z.T. über fest eingebaute Toiletten in Kabinen
Beispiele für Lichtschalter in Luftschutzbunkern
Berkabelung in einem Luftschutzbunker
Beispiele für Verkabelung in Luftschutzbunkern
links: Überdruckventil, rechts: Telefonkabel (Aufschrift "Reichspost")
Beispiele für Beleuchtung in Lufzschutzbunkern
Beispiele für Beleuchtung in Luftschutzbunkern
Bei Stromausfall wurden sog. Hindenburglichter bestehend aus fettgetränkter Papphülle und Talg mit einem Brenndocht verwendet; das starke Rußen dieser Lichter verschlechterte die Luft in den Schutzräumen
Schutzraum in einem größeren Luftschutzstollen (Ort unbekannt);
unterirdische Schutzräume waren meist je für max. 50 Personen vorgesehen, damit im Falle einer Verschüttung eben nur diese 50 Personen betroffen und die Zahl der Opfer so eher begrenzt war- aus diesem Grund bestanden viele Bunker aus mehreren gleichartigen Räumen für bis zu 50 Personen; in tiefer liegenden Anlagen ("Luftschutzstollen") waren die Räume auch größer, da die Gefahr von Schäden geringer ausfiel; die Sitzgelegenheiten in Luftschutzanlagen waren verschieden gestaltet- hier eine Anordnung wie in der Straßenbahn
In Luftschutzräumen gab es z.T. unterschiedliche Aufenthaltsbereiche, z.B. für verletzte oder körperlich eingeschränkte Personen (hier :"Kriegsversehrte") oder Frauen und Kinder, um Schwächere so vor Rangeleien zu schützen und Chaos zu vermeiden
(Ort und Jahr sowie die Umstände der Entstehung des Fotos sind unbekannt)
Im Luftschutzraum (Ort und Jahr sowie die Umstände der Entstehung des Fotos sind unbekannt)
Im Luftschutzraum (Ort und Jahr sowie die Umstände der Entstehung des Fotos sind unbekannt)
Im Luftschutzraum am Drahtfunk (Ort und Jahr sowie die Umstände der Entstehung des Fotos sind unbekannt)
In großen Hochbunkern von Großstädten wie Berlin blieben Frauen und Kinder z.T. über Nacht, hier im Waschschraum; Ort und Zeitpunkt unbekannt
In großen Hochbunkern von Großstädten wie Berlin blieben Frauen und Kinder z.T. über Nacht, hier beim Abwasch; Ort und Zeitpunkt unbekannt
Luftschutzraum,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
In manchen Luftschutzanlagen finden sich Zeichnungen oder Notizen; z.T. aus der Phase der Erbauung, z.T. von Schutzzuchenden und auch aus Phasen der Nachnutzung durch wohnungslose Bürger
Propaganda-Buch als Reaktion auf den ersten Tausend-Bomber-Angriff auf die Stadt Köln, erschienen 1943
Männer bei einer Brandschutzübung,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Befüllung eines Löschwasserteichs,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Luftschutzübung,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Luftschutzübung,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Luftschutzübung,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Städtischer Entgiftungstrupp bei einer Übung um 1936; die Karren enthielten Chlorkalk, um die Straßen bei Bedarf zu entgiften,
Ort unbekannt
Städtischer Entgiftungstrupp bei einer Übung,
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Melder bei einer Übung; ihre Aufgabe bestand darin, im Falle eines Luftangriffs mit Zusammenbruch der Kommunikation die Verbindung zwischen einem Blockwart und dem zuständigen Polizeirevier durch Botenfahrten oder -gänge aufrecht zu erhalten; ein Blockwart beaufsichtigte je einen Häuserblock aus mehreren Gebäuden und deren Bewohner; die Melder waren Jungen ab 14 Jahren, denen somit eine quasi-militärische Rolle zukam;
Ort und Zeitpunkt der Aufnahme sind unbekannt
Bau eines großen FLAK-Bunkers; die runden Podeste waren für vier große Geschütze vorgesehen (10,8 cm bis 12,8cm), die umlaufende "Kante" für leichte Geschütze zur Nahverteidigung (2,0cm bzw. 3,7cm); solche FLAK-Bunker gab es lediglich in Hamburg, Berlin und Wien (Ort der Aufnahme ist unklar)
Notausstieg
Notausstieg
Notausstieg
Pfeil zur Markierung des Notausstiegs
Luftschutzkeller
Tiefbunker, hier war offenbar ein Ofen angeschlossen
Lüftungsklappe
Verbindung (Kriechgang) zwischen Kammern eines Tiefbunkers, um schneller den Notausgang zu erreichen
Luftschutztür in einem Tiefbunker, vom Schutzraum aus in die Gasschleuse hinein fotografiert
Tiefbunker
Tiefbunker
Tiefbunker
Tiefbunker
Tiefbunker
FLAK- Stellung;
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Horchgerät zum Aufspüren von Flugzeugen bei Dormagen (Zeitpunkt unbekannt)
Anzahl der Luftalarme in der Stadt Zons zwischen Mai 1940 und Februar 1945
Flugwache durch die Hitlerjugend im Juddeturm in Zons
(Zeitpunkt unbekannt)
Abwurf von Sprengbomben durch die US-Air Force
(Ort und Zeitpunkt unbekannt)
Zerstörung nach einem Luftangriff um 1943 in Grevenbroich-Noithausen
Instandsetzungs- und Räumtrupp mit Pressluft-Stemmeisen bei der Beseitigung von Bombenschäden
Luftwaffentrupp mit Horchgerät, um Lebenszeichen von Verschütteten in Kellern und Hohlräumen zu orten;
Ort und Zeitpunkt unbekannt
Zerstörungen durch Bombenabwürfe im Rhein-Kreis Neuss
Zerstörungen durch Bombenabwürfe im Rhein-Kreis Neuss
Zerstörungen durch Bombenabwürfe im Rhein-Kreis Neuss
Zerstörungen durch Bombenabwürfe im Rhein-Kreis Neuss
Einnahme von Neuss am 2.März 1945 durch US-Truppen
Volkssturmkämpfer in Jüchen nach dem Einmarsch der US-Truppen ins Kreisgebiet; kurz vor ihrer Gefangennahme oder bereits in Gefangenschaft
Marktplatz in Jüchen nach der Eroberung durch US-Truppen
Die Luftschutzbunker hatten nach Kriegsende keine militärische Funktion mehr, dienten aber z.T. noch über Jahre als Behausung für Wohnungslose, oft unter katastrophalen Zuständen
In manchen Luftschutzanlagen stehen noch Öfen , die von den Nachkriegsbewohnern hineingebracht und benutzt wurden
In manchen Luftschutzanlagen stehen noch Öfen , die von den Nachkriegsbewohnern hineingebracht und benutzt wurden
Dieses Regal stamm aus der Nutzung des Tiefbunkers als Wohnraum in der Nachkriegszeit
Auch diese selbst gebaute Hakenleiste ist eine Spur der ehemaligen Nachkriegsbewohner
Diese Tapete zeugt von dem Versuch, in der Nachkriegszeit etwas Heimeligkeit in den für Luftschutzzwecke ausgedienten Bunker zu bringen
Dieses Radio stammt noch aus Kriegszeiten und wurde von den Nachkriegsbewohnern dort offenbar defekt zurückgelassen; solche Relikte ermöglichen uns auch heute noch einen kleinen Einblick in den Alltag der nachnutzenden Bewohner