Blaulicht

Schon Kinder wissen, dass Einsatzfahrzeuge ein Blaulicht haben. Doch wisst ihr auch, warum es ausgerechnet blau ist?
In Europa nutzen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst überwiegend das Blaulicht, wohingegen im Rest der Welt das Rotlicht als Warnsignal dominiert. Die Verbreitung des Blaulichts in Europa und besonders in Deutschland ist im Luftschutz begründet. Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs galt in Deutschland die Verdunklungsverordnung. Demnach mussten alle Lichtquellen von Einbruch der Dunkelheit bis zum Sonnenaufgang so verdunkelt werden, dass kein Licht nach außen scheinen konnte. Das Ziel bestand darin, die Städte nachts für feindliche Bomber „unsichtbar“ zu machen. Die Verdunklung von Straßenbeleuchtung, Häusern und Industrieanlagen war zwar relativ gut umsetzbar, aber dennoch gab es Situationen, beispielsweise Rettungseinsätze, in denen nachts Licht gebraucht wurde, obwohl diese Vorschrift galt. In solchen Fällen nutzten die Einsatzkräfte blaues Licht, denn Blau besitzt aufgrund seiner relativ kurzen Wellenlänge von 450 Nanometern die größte Streuung in der Atmosphäre. Deshalb ist es aus einigen hundert Metern Höhe kaum mehr sichtbar.
Im Mai 1938 wurden mit einem Erlass erstmals die optischen und akustischen Sondersignale für Einsatzfahrzeuge der Polizei und Feuerwehr in Deutschland einheitlich geregelt. Neben dem heute noch verwendeten Martinshorn wurden auch kobaltblaue Kennscheinwerfer vorgeschrieben. Diese frühen Blaulichter blinkten noch nicht. Sie wurden in erster Linie als Lichtquelle genutzt und nur beiläufig, um im Straßenverkehr Aufmerksamkeit zu erregen. 
Dass blaues Licht aus Gründen der Verdunklung häufig genutzt wurde, sieht man auch an Taschenlampen und Laternen der damaligen Zeit. Viele von ihnen besitzen einen Filter, mit dem sich von weißem auf blaues Licht umschalten lässt. Im Laufe des Kriegs wurde das Blaulicht bei Einsatzfahrzeugen zu einem Erkennungszeichen, sodass man es nach dem Krieg beibehielt. Erst 1956 konstruierte die Firma Hella eine Rundum-Kennleuchte, die als Urtyp der modernen Blaulichter gilt. Aus heutiger Sicht bietet das Blaulicht den großen Vorteil, dass Blau eine auffällige Farbe ist, die weder im Straßenverkehr noch in der Natur häufig vorkommt. Deshalb ist Blau bei dem zunehmenden Verkehrsaufkommen eine hervorragende Signalfarbe.

BILD: Einsatzfahrzeug der Feuerlöschpolizei aus den 1940er Jahren.

Feuerwehrfahrzeug aus den 1940er Jahren. 

Taschenlampe mit blauen Filter. 

Laterne mit blauen Filter.